Da
ich mit dem Knochenschnitzen in Neuseeland begonnen habe, haben viele
meiner Designs
auch einen neuseeländischen Ursprung. Genau genommen muss man allerdings
vom "polynesischem" Ursprung sprechen,
da viele der verwendeten Symbole in gesamt Ozeanien vorkommen. Ein gutes
Beispiel für diese "Internationalität"
ist der Schmuckangelhaken (hei matau) den man in unterschiedlichsten
Variationen bis nach Hawaii findet, wo er
makau genannt wird.
koru
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Das koru
symbolisiert das Farnherz- jene Spirale, aus der das endgültige
Farnblatt erwächst. Es steht für Fruchtbarkeit, Wachstum,
Zukunft aber auch für die Kreativität und geistig-spirituelle
Entwicklung. Das koru findet sich in vielen Designs
und kann je nach Anordnung und Häufigkeit unterschiedlicher
Bedeutung sein. Im kowhaiwhai (der Frieskunst) findet
die "Sprache" des koru ihre Perfektion.
Ich bemühe mich immer um ein vollkommenes koru im
Negativschnitt meiner Schmuckstücke. Auch der kleine Haken
oben links hat ein koru im Zentrum.
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manaia
oder
taniwha,
marakihau
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Der
manaia ist ein spiritueller Schutzgeist. In Holz bewacht
er den marae (Versammlungshaus) seines Stammes. Der
manaia am Hals getragen bewacht das mana (das
mana beschreibt gewisserweise Seele und Geist in Einheit)
seines Trägers. Charakteristisch für seine Erscheinung
sind Vogelkopf und menschlicher Körper. Hände und Füße
sind mit drei Fingern b.z.w. Zehen dargestellt. In vielen Fäller
trägt ein manaia einen eindeutigen Fischschwanz.
Am Waikatofluss ist der taniwha verbreitet: "e
piko e taniwha"-an jeder Siedlung ein taniwha.
Gleich einer Nixe hat dieser
manaia-Verwandte Oberkörper und Kopf eines Menschen
und einen Fischschwanz. Im Ozean lebt der marakihau,
der dem taniwha gleich kommt. An dieser Stelle ist
auch tangaroa zu nennen. Der Gott des Meeres gehört
auch zu den fischgleichen Wesen, auf deren Darstellung man immer
wieder trifft.
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mokopeke
oder
koropepe
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Eine
weitere Varation des manaia ist der mokopeke. Die Schlangenform
lässt erahnen, dass es sich bei dieser Erscheinung um einen
Kulturimport aus Tagen vor der Besiedlung Neuseelands handelt. Auf
Neuseeland gibt es keine Schlangen.Vielleicht handelt es sich aber
auch bei dieser Figur um einen Aal (koropepe).
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tiki
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Eine
ebenfalls uralte Erscheinung ist der tiki. Diese kleine
Menschenfigur in passiver Haltung (Arme und Beine sind zum Körper
hin gewandt) gibt es sowohl in männlicher, wie in weiblicher
Ausführung (männl.: Häufig die Hände auf der
Brust,-weibl.: Ein umgekehrtes "V" auf der Brust). Vermutet
wird, dass die tikis ursprünglich als Fruchtbarkeitsgötter
in die kumara-Felder (Süsskartoffel) eingegraben
wurden. Vieles über diese Ahnen(?)figuren liegt jedoch im Dunkeln.
Sicher ist jedoch, dass diese Figur Kraft und Glück verkörpert.
Ich selber mache in meiner Arbeit einen ehrfürchtigen Bogen
um den tiki.
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hei
toki
oder
mere,
patu,
wahaika
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Im
hei toki spiegelt sich das kriegerische Wesen der
maori-Kultur wieder. Die Streitaxt symbolisiert Macht und
Kraft des Trägers.Das Schmuckstück fasziniert vor allen
Dingen die gekreuzte Wicklung. Eine weitere Waffe, die sich häufig
als Halsschmuck findet ist der patu, b.z.w.
mere. Hierbei handelt es sich um einen aerodynamisch geformten
Schläger ähnlich einem Baseballschläger mit Scharfkante.
Ein weiteres Schlaginstrument ist der wahaika. Anders
als beim patu folgt die Form einem Bogen, ähnlich
wie bei einem Krummdolch. sämtliche Objekte sind häufig
oberhalb des Griffs durch kleine Figuren verziert.
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kuru
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Ursprünglich
handelt es sich bei den langen Tropfenformen aus der Familie der
kurus um Ohranhänger. |
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roimata
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Das
roimata beschreibt eine Träne.
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hei
matau
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Der
am häufigsten getragene Halsschmuck auf Neuseeland ist wohl
der hei matau. Der Angelhaken ist ein Glücksfänger.
Traditionell wird dieses Zeichen von Erfolg und Anerkennung seinem
Träger verliehen. Mit Sicherheit passt sich dieses Symbol hervorragend
in unser europäisches Weltbild ein und bereichert dieses um
eine wesentliche Tradition, sofern wir bereit sind den hei
matau und seine Kräfte in unser Herz aufzunehmen.
Ich selber trage meinen matau mit Stolz. Ich muss
zugeben, dass ich ihn mir selber verliehen habe- Es ist mein "Gesellenstück"und
vereint in seinem mana die hohe Anerkennung meines
Lehrers, sowie mein Stolz nach einem Jahr Übens und Lernens
solch einen Anhänger hergestellt zu haben. Meinen ersten selbst
gefertigten matau habe ich traditionell verschenkt.
Der Sage nach fing der Halbgott maui tiki tiki die
Nordinsel mit einem Fischhaken, den er aus dem Unterkiefer seiner
Grossmutter gefertigt hatte (andere berichten vom Grossvater als
Knochenspender).
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Wer
sich mit der maori-Kultur beschäftigt, stößt immer
wieder auf zwei wichtige Begriffe: |
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| mana |
Das
mana beschreibt die spirituellen Kräfte eines
Menschen oder eines Gegenstands. Hierbei werden Seele und Geist
anders als in der christlichen Philosophie einheitlich begriffen.
Ein starker und einflussreicher Mensch besitzt viel davon. Ein Gegenstand
gewinnt mana durch seine Wichtigkeit und die Energie
die ihm geopfert wurde. Wenn ein Mensch einen Gegenstand bearbeitet
verleiht er diesem sein mana. Aus dieser Tatsache
ist Verständlich, dass es verboten ist, ein Design und damit
ein mana zu kopieren. Die Vorstellung, dass Schmuck
und Träger eine Einheit werden macht den neuseeländischen
Knochenschmuck nochmals interessanter. Viele Stücke werden
über Generationen vererbt und gewinnen dadurch an Kraft und
Ausdruck.
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| tapu |
Das tapu
bezeichnet ein "Sakrileg", um diesen Begriff einfach
verständlich zu übersetzen. In der Übergangskultur
der maori bilden Religion und Alltag eine unzertrennliche
Einheit. So findet das tapu seinen Platz auch im
alltäglichen Leben: Beispielsweise ist es jedem verboten
(tapu), die Angelhaken eines anderen zu benutzen. Sind
diese Haken erfolgreich, so steht dieses im Zusammenhang mit ihrer
Kraft (mana), die ihnen vom Besitzer alleine übertragen
wurde, die aber auch gleichzeitig die Position des Besitzers sichert.
Orte können genauso tapu sein, genauso wie
der Kopf des Häuptlings...
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Ich beschreibe auf dieser Seite nicht alle Symbole.
Ich versuche mich auf die gängigen zu beschränken. Die
Bezeichnung und Ausführungen der einzelnen Symbole hängen
teilweise von der Lokation ab.Im wesentlichen leiten die Symbole
aus der unmittelbaren Umwelt der maori ab. An erster Stelle ist
das Meer zu nennen. Wichtige Nahrungsquelle und Ursprung. Des
weiteren tauchen immer wieder Vögel und Fische auf. Ausser
Ratten und Fledermäusen- hier nenne ich noch das pekapeka
(eine sitilisierte Fledermaus) als Nachtrag- gibt es auf NZ von
Alters her keine Säugetiere. Durch die pakeha
(Europäer) sind viele neue Symbole hinzu gekommen. Heute
werden knopfähnliche Anhänger hergestellt, in der Vergangenheit
hängten sich maoris Knöpfe an die Ohren.
Darstellungen wie Delfine, Wale und auch Kreuze sind Teil der
carving-Kultur geworden. Genau hier findet sich auch das lebendige
an dieser Kunstform.
Das neuseeländische bone carving kopiert nicht alleine
Tradition, es schafft welche.
*Ich stütze mich in meinen Beschreibungen
auf die Aussagen von Ropata Davis, Jim Timmings, sowie vieler
anderer bone carver und auch maori-Gelehrter, mit denen ich über
diese Dinge sprechen konnte. Bei mehr Interesse am Thema möchte
ich auf folgende Links verweisen: KLICK...
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